Kerb (Kerb in Gonzenheim 2009)

Bad Homburger Woche 1.10.2009

Neue Broschüre und Familienbuch für Gonzenheim 

Der Geschichtliche Arbeitskreis Gonzenheim hat in diesem Jahr eine neue Broschüre herausgebracht, „Kirchen und Glaubensgemeinschaften in Gonzenheim“, 1. Teil.

Diese Broschüre ist bereits die 18. Broschüre des Geschichtlichen Arbeitskreises und eine Neuauflage der bereits im Jahre 1993 erschienenen Broschüre mit gleichem Titel. Eine Neuauflage wurde nötig, da die erste Auflage vergriffen war und die beschriebenen Themen ergänzt wurden, sodass sogar zwei Teile daraus entstanden sind. Dieser erste Teil beschreibt die evangelische Kirche und ihre Gemeinde. Der Zweite Teil wird im nächsten Jahr erscheinen und beschreibt die katholische Heilig-Kreuz-Kirche, die Advent-Kapelle, den Dreikaiserhof, die Russische Kirche und die Juden zu Gonzenheim. 

Das zweite Werk ist das bereits im Vorjahr vorgestellte Familienbuch Gonzenheim. Dieses Familienbuch umfasst auf ca. 2600 DIN A 5-Seiten über 4700 Familien, Familien und Personen, die in Gonzenheim gelebt, gewohnt oder gearbeitet haben. Heinz Humpert hat alle Geburts- Heirats- und Sterbedaten mit sehr viel Hintergrundinformation in zeitaufwendiger Tätigkeit aus Kirchenbüchern, aus Zeitungen, von Grabsteinen, persönlichen Befragungen und anderen Quellen zusammengetragen. Zurzeit werden noch über 350 freigegebene Standesamtsbücher eingearbeitet. 

Zu- und Auswanderungen von und in Nachbargemeinden wie Nieder Eschbach, Ober-Eschbach, Homburg, Oberstedten, Seulberg, Ober-Erlenbach usw. sind ebenso zu finden wie Auflistungen ehemaliger Pfarrer, Lehrer und Schultheißen (Bürgermeister). 

Dieses zeitgeschichtliche Werk wird vor Drucklegung wiederholt während des „Gonzenheimer Wochenendes“ in der Schultheißenstube des Vereinshauses der Öffentlichkeit vorgestellt, und zwar am Samstag, 3. Oktober von 14 Uhr bis 18 Uhr und am Sonntag, 4. Oktober, von 11 Uhr bis 18 Uhr. Hier kann man nach Herzenslust nach Ihren Vorfahren Ausschau halten. Man hat die Möglichkeit zu bestimmen, ob man und seine Familie in diesem Buch veröffentlichen lassen will oder nicht. Der Geschichtliche Arbeitskreis bittet darum, Familienstammbücher mitzubringen, damit eventuell Daten vervollständigt werden können. 

Dieses zweibändige Werk in limitierter Auflage soll zur Eröffnung des Heimathauses Gonzenheim veröffentlicht werden. Der Verkaufspreis richtet sich nach der Höhe der Auflage. Auf dem Gonzenheimer Wochenende hat man die Gelegenheit, das Familienbuch Gonzenheim zu einem um zehn Prozent ermäßigten Vorzugspreis vorzubestellen. Dieser Vorzugspreis gilt für Vorbestellungen bis zum 31. Dezember. Vorbestellungen auch bei Heinz Humpert, Alt Gonzenheim 20, 61352 Bad Homburg, 0 61 72 - 45 01 34, E-Mail: heinz.humpert@unitybox.de

 

Taunus Zeitung 1.10.2009

 

Erst Turm, dann Schiff

Gonzenheimer Lokalhistoriker lassen 500 Jahre Geschichte der evangelischen Kirche wieder lebendig werden

Pfarrer Theodor Paulus und der Kirchenvorstand erwarten 1918 die Anlieferung der Stahlglocken. Foto: GAGzh

 Von Alexander Wächtershäuser

Ein Pfarrer ohne Kirche, ein anderer mit 11 Kindern – sieben Gonzenheimer Heimatforscher haben in der Geschichte der evangelischen Kirche gegraben und auf 108 Seiten eine Menge Neues zum Vorschein gebracht.

Gonzenheim. Der Geschichtliche Arbeitskreis Gonzenheim hat sich im neuen Band 18 seiner Schriftenreihe ausschließlich der evangelischen Kirche gewidmet. Wer jetzt glaubt, dazu hätten die Heimatforscher doch vor 16 Jahren in Band 5 schon alles gesagt, der irrt. Schließlich bleibt historische Forschung nicht stehen. Das längst vergriffene Heft von damals bedurfte dringend der Überarbeitung. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: 108 Seiten präsentieren die sieben Autoren sorgfältig recherchierte Kirchengeschichte.

Allein der Umfang des Heftes verdeutlicht, wie viel in der Zwischenzeit neu hinzugekommen ist. Während 1993 noch alle Gonzenheimer Kirchen in einem Band abgehandelt werden konnten, füllt diesen jetzt allein die evangelische Kirche. Die weiteren Kirchen sollen dann im folgenden Jahr in Heft 19 bearbeitet werden.

Thematisch reichen die Aufsätze vom Beginn der Christianisierung bis zur Gegenwart. Dabei geht es von der Baugeschichte der Kirche über kunstgeschichtliche Betrachtungen bis hin zu den Pfarrern, die diese Kirche über die Jahrhunderte hinweg mitgestaltet haben. Besonders bemerkenswert sind die Ausführungen von Klaus-Stephan Witte über Kelch und Patene.

Der Leser erfährt, dass der älteste Gonzenheimer Pfarrer, Johannes Hartrud, bereits 1485 genannt wird, dass an den ersten evangelischen Pfarrer Anton Fabricius (1555) der heutige Straßenname Fabriciusring erinnert und dass Pfarrer Georg Eberhard Heckmann (1674-1714) elf Kinder hatte und sein Grabstein heute noch hinter der Kirche steht.

Mit der Baugeschichte der Kirche hat sich Karl-Adolf Westerfeld intensiv beschäftigt. Doch liegen die Anfänge des Gonzenheimer Gotteshauses im Dunkeln. Zwar wird der erste Pfarrer 1433 genannt, nicht aber eine Kirche, obwohl diese zu diesem Zeitpunkt schon bestanden haben muss. Weitere Hinweise finden sich für die Jahre 1525 und 1535.

Das Schweigen der Archivalien dauert bis ins 17. Jahrhundert an, 1663 scheint ein Chor angebaut worden zu sein. Zumindest lässt das eine Inschrift am Chorfenster vermuten. Erst als der Zustand der Kirche so bedenklich war, dass der Turm der Kirche sich „zum Untergang neiget“, wurde 1686 mit dem Neubau des Turmes begonnen. Seitdem setzt auch die kontinuierliche schriftliche Überlieferung ein.

Neubau in Scheiben

Wie die Kirche im 18. Jahrhundert aussah, rekonstruiert der Autor anhand alter Bauakten und Zeichnungen aus dem 19. Jahrhundert, die gefertigt wurden, bevor man 1838 daranging, einen Neubau zu planen. Als 1844 auch noch ein Unwetter den Turm stark beschädigte, wurde das Wagnis trotz klammer Kassen in Angriff genommen. Aus Kostengründen entschied man sich für die „Scheibchenbauweise“. Statt des 10000-Gulden-Projektes sollte zunächst nur der 2700 Euro teure Turm errichtet werden, an den später ein neues Kirchenschiff angehängt werden konnte. Bereits 1845 war der Turm fertig. Mit dem Neubau des Kirchenschiffes konnte hingegen erst 1876 begonnen werden.

Zuletzt wurde die Kirche 2000 bis 2002 renoviert. Dabei kam zu Tage, dass unter der dunklen Holzverkleidung eine handgeschnitzte Eichenkanzel aus dem Jahr 1877 verborgen war. Bereits 1997 hatte man den Wetterhahn der Kirche restauriert. Der 1845 vom „Kupferschmitt Philipp Beyer“ gefertigte 80 Zentimeter große und etwa ein Zentner schwere Hahn war gereinigt, ausgebessert und neu vergoldet und schließlich 1898 wieder auf den Kirchturm gesetzt worden.

Am Gonzenheimer Wochenende beteiligt sich der Geschichtliche Arbeitskreis mit einer Ausstellung zum Thema „Evangelische Kirche“ im Vereinshaus. Dort ist das neue Heft zum Preis von 10 Euro pro Exemplar erhältlich. Auch bei Heinz Humpert, Telefon (0 61 72) 45 01 34, und Ernst Henrich, Telefon (0 61 72) 45 30 36, gibt es das Heft zu erwerben.

 

Taunus Zeitung 2.10.2009

Alle Gonzenheimer auf einen Blick

 

Heinz Humpert schreibt am Familienbuch des Stadtteils

 Heinz Humpert bei der Familienforschung. Foto: jr

 

Alle Gonzenheimer Familien zu erfassen, hat sich Heinz Humpert zur Aufgabe gesetzt. Am Samstag und Sonntag kann der derzeitige Forschungsstand eingesehen werden.

 Gonzenheim. Es ist ein echtes Mammut-Projekt, das Heinz Humpert vor zwei Jahren begonnen hat. Er will alle Personen erfassen, die einmal in Gonzenheim gelebt haben. Dabei gibt sich der Heimatforscher aber nicht mit der bloßen Erfassung der Namen zufrieden, sondern reichert seine Daten noch mit Informationen an. Wo und wann ist der Betreffende geboren, wann gestorben? War er verheiratet? Einen Zwischenstand zu seinen Forschungen legt Humpert nun am kommenden Wochenende vor.

 Alle Interessierten können am morgigen Samstag von 14 bis 18 Uhr und am Sonntag von 11 bis 18 Uhr in der Schultheißenstube des Vereinshauses Gonzenheim das Familienbuch in Augenschein nehmen, es ergänzen (Stammbuch nicht vergessen) oder aber auch ein Veto gegen die Veröffentlichung der eigenen Daten einlegen. Und wer weiß, vielleicht erfährt man ja beim Blättern in dem Manuskript, dass der eigene Vorfahr einst Bürgermeister von Gonzenheim war oder als Hexer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Denn auch das hat Humpert in sein Buch aufgenommen: die Geschichte zu den Personen. Die abstrakte Historie wird auf diese Weise für jedermann greifbar.

 Schon jetzt ist das Manuskript mehr als umfangreich. 4712 Familien mit all ihren Nebenlinien hat Humpert erfasst. Gedruckt wird dies ein 2600 Seiten starkes zweibändiges Werk geben, das voraussichtlich 2011 erscheinen soll.

 Für seine Recherchen wertet Humpert die 355 Standesamtsbücher der Stadt aus. Weitere Quellen sind die Kirchenbücher, bereits vorhandene Familienbücher der Nachbargemeinden, Grabsteininschriften und Zeitungsanzeigen. Nicht verwunderlich also, dass der Heimatforscher täglich zwischen fünf und acht Stunden an dieser Sisyphus-Arbeit sitzt.

 Das Buch kann bereits jetzt vorbestellt werden. Dafür erhält man 10 Prozent Rabatt auf den späteren Preis, der allerdings noch nicht feststeht. Derzeit geht Humpert von etwa 85 Euro aus.

 

Und noch ein Schmankerl hat sich der Gonzenheimer für das Wochenende ausgedacht: Wer möchte, kann sich seinen Familienstammbaum ausdrucken lassen. aw