Presseberichte

Frankfurter Rundschau 3.9.2010

 

Der Kitzenhof im Umbruch: Das ehemalige Wohn- und Rathaus wird nun zu einem modernen Heimatmuseum umgebaut.    Foto: MICHAEL SCHICK

Gonzenheimer Franke kehrt heim

Das alte Kitzenhof-Haus öffnet seine Türen / Heinz Humpert stellt das Familienbuch Gonzenheim vor

Von Olaf Velte

Wenn Ernst Henrich ins Obergeschoss des alten Hauses steigt, befindet er sich auf bekanntem Terrain. Hier hat der Vorsitzende des Geschichtlichen Arbeitskreises Gonzenheim 30 Jahre lang gewohnt - genauso wie seine Vorfahren. Von Wohnlichkeit kann aber derzeit keine Rede sein, das denkmalgeschützte Haus im Kitzenhof wird umgebaut zu einem Museum.

Wie weit die Bauarbeiten gediehen sind und was in den sanierten Räumlichkeiten geplant ist, können Besucher am Tag des offenen Denkmals am 12. September erfahren. Ernst Henrich wird die Gruppen durch das Gebäude führen während Heinz Humpert das „Familienbuch Gonzenheim“ vorstellt. Zum letzten Mal vor der Drucklegung können die Einwohner des früheren landgräflichen Amtsdorfes in dem mächtigen Manuskript blättern - und entscheiden, ob sie in dem 2600-Seiten-Werk erwähnt werden wollen. In limitierter Auflage soll der Mehrbänder im kommenden Jahr veröffentlicht werden.

Ahnenforscher Humpert hofft, dass dann auch das Museum seine Pforten öffnen kann. Noch liegt aber viel Arbeit vor den Handwerkern und Heimatforschern. Der geplante Einzug zum Ende des laufenden Jahres musste verschoben werden: Immer wieder tauchen marode Balken auf, die durch neues Eichenholz zu ersetzen sind. Die tragenden Deckenbalken wurden bereits mit Stahlwannen unterfangen - der Statik gilt das Hauptaugenmerk der Sanierung.

An der Außenwand steht die Verschieferung des Erdgeschosses noch aus. Zwischen dem 1619 errichteten Haus und dem ebenfalls zum Kitzenhof gehörenden Vereinsheim ist ein Treppenhaus mit barrierefreiem Aufzug entstanden. Ob die veranschlagte halbe Million Euro alle Kosten decken wird, ist ungewiss.

Exponate zur Früh- und Ortsgeschichte sollen im Erdgeschoss ihren Platz finden, der obere Stock ist Sonderausstellungen und Veranstaltungen vorbehalten Auf den 120 Quadratmetern werden nicht nur Werkzeuge und historische Gerätschaften präsentiert, auch ein Modell der bis in die 1970er Jahre über die Weltmeere dampfenden „MS Gonzenheim“ ist zu sehen. „Der Reeder hat in der Promenade gewohnt“, sagt Henrich. Und die Promenade gehörte lange zur Gonzenheimer Gemarkung - bis die „Zwangseingemeindung“ 1937 auch das Aus für das Rathhaus im Kitzenhof bedeutete. Danach diente das ehemalige Gehöft als Wohnstätte.

„Magnet“ des künftigen Museums, so Heinz Humpert, soll der Gonzenheimer Franke aus dem nahen Gräberfeld sein. Derzeit noch in der Saalburg ruhend, kommt das Skelett hier unter einem Stück Glasboden zu liegen. Vorerst kann der Besucher aber das alte Flechtwerk der Wände oder die geschwärzten Deckenbalken in der einstigen Küche bestaunen.

  

Taunuszeitung 21.5.2010

Der Franke kommt in den Boden

. . . und „Carmina Burana“ auf den Schlosshof

Damit Kultur nicht nur einem exklusiven Kreis vorbehalten bleibt, legt sich die Stadt mächtig ins Zeug – unter anderem über die Förderung bestimmter Projekte durch die 2004 gegründete Kulturstiftung. Das Geld reicht allerdings nie für alles, was gefördert werden müsste. Da kommt eine Finanzspritze über 50 000 Euro gerade recht.

Von Sabine Münstermann

Bad Homburg. Was haben die Gesamtschule am Gluckenstein, die Bad Homburger Tafel und der Bachchor der Erlöserkirche gemeinsam? Dies: Die Gesamtschule am Gluckenstein war ebenso «Nutznießer» der Fördergelder der Mainova wie die Bad Homburger Tafel. Und was den Bachchor betrifft: Ohne eine kräftige Finanzspritze von Mainova in Höhe von 10 000 Euro könnte die Kantorin der Erlöserkirche, Susanne Rohn, wohl kaum das ehrgeizige Projekt „Carmina Burana auf dem Schloßhof“ verwirklichen. Dass sie jetzt, gemeinsam mit den Chören der Humboldtschule und des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums, der Sinfonietta Frankfurt und dem Kammerorchester Offenbach Carl Orffs szenische Kantate in der Orchesterfassung wird aufführen können – am 18. und 19. August – freut Rohn „riesig“. Seit 2001 gab es kein Konzert der Erlöserkirche mehr auf dem Schlosshof, aus Geldmangel.

Kulturdezernentin Beate Fleige (BLB) und Oberbürgermeister Michael Korwisi (Grüne) sind glücklich darüber, dass Mainova-Vorstandsvorsitzender Dr. Constantin Alsheimer das Geld der Kulturstiftung zufließen lässt  und damit die Chor-Aufführung möglich macht. „Die Kulturstiftung macht zwar Projekte möglich, die das breite Spektrum kommunaler Kulturarbeit beispielhaft abbilden“, sagt Korwisi. „Aber eigentlich ist ja nie genug Geld da, um alle wunderbaren Sachen zu fördern, insofern ist die Spende der Mainova ein echter Segen“, fügt Fleige hinzu.

Alsheimer empfindet das Engagement des Energieversorgers, an dem zu 99,7 Prozent kommunale Gesellschafter beteiligt und 0,3 Prozent „historisch gewachsener Börsenbesitz“ sind, als „Teil unserer Verantwortung gegenüber Homburg“. Sein Unternehmen wolle dazu beitragen, „dass Kultur keine exklusive Veranstaltung ist, die nur einem exklusiven Nutzerkreis zugänglich ist“. Insgesamt 50 000 Euro hat die Mainova der Kulturstiftung übergeben.

„Wichtig ist uns auch, dass mit diesem Geld nicht nur die Kultur an sich, sondern auch das ehrenamtliche Engagement, das Kultur vielfach erst möglich macht, gefördert wird“, betont Fleige. Bestes Beispiel dafür sei der Geschichtliche Arbeitskreis Gonzenheim, bekanntlich Träger des Heimatmuseums am Kitzenhof, das seit gut einem Jahr renoviert wird. „Das Haus ist 400 Jahre alt, das geht leider nicht so schnell“, erklärt Ernst Henrich vom Arbeitskreis. Abgesehen davon wolle man ja „dem Franken einen ordentlichen Platz herrichten“ – eingelassen in den Boden. Der Franke lagert derzeit noch, wie alle Ausgrabungen auf dem Gräberfeld zwischen Franken- und Römerstraße, auf der Saalburg. Mehr verrät Henrich aber noch nicht über die Räume. Immerhin darf er sich jetzt über einen Batzen Geld freuen – 5000 Euro für die Einrichtung, die insgesamt 39 000 Euro kosten wird, und 15 000 Euro für die Erarbeitung des Gonzenheimer Familienbuches. Auf das freut sich auch der OB. Der ist zwar Kirdorfer – „aber einer meiner beiden Großväter war Gonzenheimer“

 

Hier in ein im Boden eingelassenes Grab soll er hin, der Franke, der derzeit noch auf der Saalburg „lagert“. Über die Stelle solle eine Glasplatte kommen, damit Besucher des Heimatmuseums Gonzenheim den Fund bestaunen könnten, erklärt Ernst Henrich vom Geschichtlichen Arbeitskreis Gonzenheim.      Foto: Jochen Reichwein

Dr. Constantin Alsheimer überreicht OB Michael Korwisi und Beate Fleige einen Scheck über 50 000 Euro. Davon profitieren werden Susanne Rohn und Ernst Henrich (von links). Foto: JR 

 

Frankfurter Rundschau 21.5.2010

 

Bad Homburg

Carmina Burana im Schlosshof

Von Olaf Velte

Kultur kostet. Aber ohne sie ist das Leben ärmer. Damit sich Bad Homburg auch in Zukunft „Kulturstadt“ nennen darf, braucht es Fördermittel. Gestern stellte die Mainova AG einen stattlichen Betrag zur Verfügung - 50.000 Euro, die ausgesuchten Vorhaben zugute kommen sollen.

Verantwortlich für die Zuteilung ist die Bad Homburger Kulturstiftung. Vor sechs Jahren gegründet, hat sie sich der Förderung von Kunst und Kultur verschrieben. Seitdem hat das regionale Versorgungsunternehmen Mainova dem Stiftungskapital rund 235 000 Euro zugeführt. Erstmals seit den Gründungstagen werden nun einzelne Projekte in großem Stil unterstützt So erfüllt Susanne Rohn Vorfreude, wenn sie an den 18. und 19. August denkt. Das klassische Werk „Carmina Burana“ soll dann im Schlosshof aufgeführt werden. In Orchesterbesetzung. „Die kleine Fassung nur mit Klavieren trägt im Freien nicht, da benötigen wir die Blechbläser“, sagt die Kantorin der veranstaltenden Erlöserkirchengemeinde. Neben den Chören der Humboldtschule und des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums sind auch Vokalsolisten und das Kammerorchester Offenbach eingeplant. Eine Bühne muss gezimmert werden. Das alles kostet - und ist ohne Sponsoring nicht zu stemmen. Die Kulturstiftung macht´s mit 10 000 Euro möglich.

Honoriert wird auch das ehrenamtliche Engagement des Geschichtlichen Arbeitskreises von Gonzenheim. Vor einem Jahr wurden die Umbauten in dem 1619 errichteten Bauernhaus am Kitzenhof gestartet. In dem Fachwerkgebäude entsteht ein Museum zur Dorfgeschichte. „Wir bauen behindertengerecht mit Aufzug und schiefen Ebenen“, sagt Vereinsvorsitzender Ernst Henrich. 5000 Euro sollen helfen, das Innere zu gestalten. Weitere 15 000 Euro fließen zur Realisierung eines zweibändigen Familienbuches. „Diese Gonzenheimer Chronik reicht zurück bis zum 30-jährigen Krieg.“ Im November sollen Museum und Buch der Öffentlichkeit präsentiert werden. ....

 

Bad Homburger Woche 27.5.2010

Kuklturstiftung fördert Bad Homburger Projekte

Von Bernd Ehmler

Bad Homburg. Die aus Mitteln der Mainoya AG aufgebaute Kulturstiftung Bad Homburg fördert ganz unterschiedliche Projekte in der Kurstadt. Oberbürgermeister Michael Korwisi sagte im Beisein des Mainova-Vorstandsvorsitzenden Dr. Constantin H. Alsheimer und der Kulturdezernentin, Stadträtin Beate Fleige, die Bedeutung der 2004 gegründeten Stiftung für das Kulturleben der Stadt Bad Homburg trete jetzt deutlich zutage.

„Die Förderung durch diese Stiftung macht Projekte möglich, die das breite Spektrum kommunaler Kulturarbeit beispielhaft abbilden“, sagte Korwisi. Er nannte die Aufführung der Carmina Burana durch den Bachchor der Erlöserkirchengemeinde im Hof des Landgrafenschlosses im August und die Ausstattung des Heimatmuseums am Kitzenhof in Gonzenheim.

„Die Bereitschaft der Mainova AG, Mittel zu stiften, sichert die Qualität unserer Kulturarbeit auf Dauer. Dafür danke ich dem Unternehmen“, so der Oberbürgermeister weiter. Der Mainova-Vorstandsvorsitzende Dr. Aisheimer betonte zur Verwendung der Mittel: „Kulturelle Vielfalt ist ein wichtiger Eckpfeiler in unserer heutigen Gesellschaft. Die Kulturstiftung fördert diese Vielfalt und trägt damit maßgeblich zur Tradition Bad Homburgs als Kulturstadt bei. Mit unserer Spende in Höhe von 50 000 Euro möchten wir das Engagement der Stiftung anerkennen und fördern.“ Kulturdezernentin Beate Fleige sagte: „Kulturarbeit steht in unserer Stadt auf zwei Säulen: Dem Kulturetat und der Arbeit von Sponsoren und Mäzenen, die viele Ereignisse erst möglich machen. Die Arbeit der Stiftung zeigt, dass sie dem hohen Anspruch gerecht wird, der in einer Stadt wie Bad Homburg an sie gestellt wird.“

Das belegt ein Blick auf die Projekte, die beispielhaft präsentiert wurden. Der Chor der Erlöserkirchengemeinde plant für August 2010 ein besonderes Ereignis: Carmina Burana wird in der Orchesterfassung aufgeführt. Die Leitung hat Susanne Rohn, die Kantorin der Erlöserkirchengemeinde. Beteiligt sind neben Vokalsolisten und dem Bachchor der Erlöserkirche auch die Chöre des Kaiserin-Friedrich-Gymnasiums und der Humboldtschule, die Sinfonietta Frankfurt und das Kammerorchester Offenbach. Das mit Abstand populärste und meistgespielte klassische Chorwerk steht am 18. und 19. August im Hof des Landgrafenschlosses auf dem Programm. Die Kulturstiftung unterstützt die beiden Veranstaltungen mit 10 000 Euro. „Wir freuen uns riesig, dieses Projekt durchführen zu können“, sagte Susanne Rohn. „Bei der großen Aufführung im Freien braucht man Power - da spielt alles, was ein Orchester hat!“

Träger des Museums am Kitzenhof ist der Geschichtliche Arbeitskreis Gonzenheim. Er richtet in einem von der Stadt zur Verfügung gestellten Haus das Gonzenheimer Museum ein. Der Verein ist Mitglied des Hessischen Museumsverbandes. Die Kosten für die Inneneinrichtung werden voraussichtlich rund 39 000 Euro betragen. Um die Landesförderung durch einen höheren Eigenbetrag zu sichern, ist eine Förderung aus Mitteln der Kulturstiftung in Höhe von 5000 Euro vorgesehen. Darüber hinaus fördert die Stiftung den Verein mit 15 000 Euro bei der Erarbeitung eines Gonzenheimer Familienbuches. „Bei dem Fachwerkhaus aus dem Jahr 1690, in dem das Museum untergebracht ist, muss einiges getan werden“, sagte der Vorsitzende des Geschichtlichen Arbeitskreises Gonzenheim, Ernst Henrich. „Auch im Hinblick darauf, dass es behindertengerecht gestaltet wird.“

Weitere Projekte, die seitens der Kulturstiftung Förderung erfahren, sind die Aufführungen der Komödie „Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie“ von Max Frisch durch die Studio-Bühne Bad Homburg, zwei Buchprojekte, die Arbeit des Theaterpädagogischen Instituts, der Trägerverein der Kleinen Oper Bad Homburg ist, und eine Ausstellung am 20. und 21. November im Vereinshaus Gonzenheim aus Anlass von Bahnjubiläen: Vor 110 Jahren die erste Straßenbahn in Homburg, vor 100 Jahren Übergang in die Frankfurter Lokalbahn, die berühmte Linie 25, und zudem 150 Jahre Anschluss an das deutsche Eisenbahnnetz.

Den Beschluss zur Gründung der Kulturstiftung fassten die Gremien der Stadt Bad Homburg im Jahr 2004. Zweck der Stiftung ist die Förderung der Kunst und der Kultur sowie die Pflege und Unterhaltung von Kunst- und Kulturwerten. In die Stiftung werden Mittel der Mainova AG eingebracht, Zustiftungen von anderer Seite sind ebenfalls möglich. In den vergangenen Jahren sind seitens der Mainova AG rund 235 000 Euro dem Stiftungskapital zugeflossen. Weitere Mittel aus den Zuwendungen der Mainova wurden für soziale Vorhaben verwendet, zum Beispiel für Projekte der Gesamtschule am Gluckenstein und für die Einrichtung der Bad Homburger Tafel.